
Es ist Freitag der 30.09.05. Gegen 13:30 Uhr kommen Fara und Hella bei mir (Hvitur) in Aach- Hohensonne an. Wir sind mit Trebeta dieses Jahr leider nur ein kleiner Trupp, aber wir haben uns gesagt das wir ein schönes stressfreies Wochenende erleben wollen. Samstag wollen Thormoðr und Diana noch nachkommen. Zwei die uns sehr oft begleiten (Fjölnir und Inea) sind auch dieses mal wieder unter unserem Banner dabei. Sie sind allerdings schon morgens gestartet.
Nachdem auch die Mädels ihre Sachen bei mir im Volvo untergebracht haben - und dieser so weit hinten runter hängt, das meine Scheinwerfer alles anstrahlen nur nicht die Strasse - machen wir uns auf in Richtung Tannenberg.
Bis zu unserer Burger King Halteselle bei Limburg kommen wir sehr gut voran. Ab da fährt dann Hella weiter und ich mach mir mal mein erstes Bier auf. Auf der A5 geht’s dann los. Wir kommen von einem Stau in den anderen und das mit dem um 18:00 Uhr da sein gerät immer weiter in die Ferne. Zum Glück habe ich mittlerweile schon ein paar Bier mehr getrunken, so dass mir einige Sachen zur Ablenkung einfallen. Unter anderem versuche ich mit LKW Fahrern, die mit Daumen hoch auf unseren Volvo gucken, das Fahrzeug zu tauschen. Außerdem haben die meisten Leute im Stau sehr viel Freude an einem meiner Drachenköpfe vom Zelt. Der hängt mittlerweile an der Beifahrerscheibe und wird von mir gestreichelt und mit Bier gefüttert (wenn er nicht genug Bier bekommt, beißt er einem nämlich in die Hand!). So gegen 20:00 Uhr erreichen wir doch noch Tannenberg. In einem der Orte davor fragen wir einmal nach dem Weg. Der Mann kommt gerade aus einer Kneipe und schwankt schon beachtlich. In diesem Zustand kann er uns zwar den Weg zur Burg sagen, meint aber es seih ein Römerlager wo wir da hin fahren. Römer? Wikinger? Egal!
Der Weg bis zum Aufbau dauert überraschender weise sehr kurz. Erstes Lob an die Orga. Unser Lagerplatz ist an der gleichen Stelle wie schon die Jahre zuvor. Fjolnir und Inea sind wie gesagt schon da und freuen sich das auch wir es geschafft haben. Der Aufbau erfolgt sehr schnell! Was nicht daran liegt das wir von Trebeta heimlich geübt haben, sondern weil man uns gebeten hat schnell zu machen, so dass mein Auto auf den mir zugewiesenen Parkplatz kommt und die nächsten rein fahren können.
Als ich zurück komme vom Parkplatz, gehen wir zum gemütlichem Teil über. Unser einziges Problem ist, dass wir nicht wissen ob das Holz was ich mitgebracht habe reicht. Aber ich beruhige alle mit unserem Trebeta Motto „ Wat ma net han brochen ma net“
Hella und ich machen uns später am Abend noch auf die Suche nach meinen Brüdern der Jomswikinger. Die finden wir schließlich in einer Jurte sitzend mit dem selben Ziel wie wir: schnell voll werden. Hella verdrückt sich jedoch nach einiger Zeit zu Fara ins Zelt. Wir hingegen sitzen mittlerweile bei Michael Bansky im Zelt und versuchen einem unserer Brüder zu erklären, das nicht nur die Vergangenheit schön war sondern auch die Zukunft schön sein kann. Dieser Gesprächsstoff sollte uns von da an für das gesamte WE verfolgen
In der Nacht kamen noch weitere Joms, denen wir natürlich beim Aufbau halfen. Ich selber geh erst mal für Bier Nachschub sorgen und wunderte mich das ich plötzlich vor einem Zaun steh auf dem Strom ist. Das kann nur der Zaun von den Eseln sein! Aber wieso muss ich da nur raus und bin nie reingegangen? Ich denke noch eine Weile darüber nach, lass es aber dann...ist wohl der Alk.
Als der Sack mit meinem Bier auch endlich getrunken ist, verabschiede ich mich. Es gibt Zeit das ich auf mein Lager komme. Ich mache diesmal einen großen Bogen um die blöde Koppel.
Samstag, 01.10.05
Samstag morgen, irgendwas um neun Uhr. Welcher Irre brüllt hier vor unserem Lager rum? Ah ja, klar, Cedric der Zentner-schwere Idiot.
Regen prasselt auf unser Zelt. Wunderbar, so muss das sein in Tannenberg. Ich schäl mich aus meinen Decken was nicht leicht ist wenn man vom warmen in das nass-kalte muss. Erst mal versuch’ ich die Mädels dazu zu bewegen mir beim Aufbau des Baldachins zu helfen. Fjolnir und Inea sind von Cedrics Gebrüll auch wach, so dass wir genug Leute sind um das „Regensegel“ aufzustellen.Da unser kleiner Holzvorrat die Nacht unter der Plane verbracht hat, ist es trocken und wir zünden schnell ein Feuer für’s Frühstück an. Als dann auch endlich unsere vier Bänke und der eine Tisch stehen (man glaubt gar nicht wie viele Möglichkeiten es gibt diese aufzustellen), kann der Tag beginnen.
Pünktlich zum Frühstück erscheint Cedric wieder. Nachdem er sich ein paar dumme Sprüche angehört hat, frühstückt er mit uns. Die Antwort des Morgens kommt auch von Cedric!
Frage:
Was sagst du wenn du von der Polizei angehalten wirst und die deinen Führerschein sehen wollen?
Antwort:
Habt ihr meinen verloren?
Es regnet den ganzen Samstag! Was also machen? Zum kämpfen ist es den meisten zu nass und zu rutschig. Also gehen wir schon mal über den Markt. Hier und da kennt man verschiedene Leute und ohne es zu merken trinkt man schon wieder Alk. Fjolnir und ich versuchen später noch etwas Holz aufzutreiben, aber die Leute in Tannenberg sind in dieser Sache etwas seltsam. Haben den ganzen Hof voll liegen geben aber nichts ab, auch nicht gegen Geld. Liegt vielleicht daran das wir nicht die einzigen waren und die Menschen etwas genervt waren.
Der Tag vergeht sehr schnell und somit ist es bald an der Zeit sich für die Taverne auf der Burg fertig zu machen. Meine Brüder haben uns an einem Tisch freigehalten und als wir eintreffen ist die Freude groß. Was an diesem Abend ab geht ist nur sehr schwer in Worte zu fassen.
Ich versuch es mal. Was man ganz klar sagen kann ist das der Fluter ununterbrochen kreist. Zum anderen werden neue Trainingsmethoden ausgehandelt wo auch ich mal Trainingsleiter sein werde

Das Bier wird, wenn verschüttet direkt vom Tisch geleckt, Frauen die zu gut aussehen werden rausgebuht oder es werden ihnen Haarsträhnen für einen neuen Gambeson abgeschnitten. Die Übersetzungskünste für Fremde, die der Trebeta Sprache nicht mächtig sind, werden außerdem weiter vertieft. Musikalisch geben Poeta Magica wie gewohnt alles. Gegen Ende sitzen nur noch Meldric und ich in der Taverne. Zu allem Überfluss lasse ich das 2,5 Liter Horn noch ein letztes mal fühlen. Die Taverne macht endlich zu, es wird auch Zeit! Zurück zum Lager muss ich alleine gehen. Entweder hat Meldric mich vergessen oder ich Ihn...keine Ahnung.
Im Gegensatz zu den Jahren zuvor hängen diesmal keine Laternen im Wald die einem den Weg ein wenig erhellen könnten. Ich komm jedenfalls irgendwie durch den Wald und schließlich auch im Lager an. Dort treffe ich Hella und Fara noch an. Die erzählen mir das wir Männer alle gleich wären.Einer meinte wohl zu Hella:
Und was machen wir beide jetzt noch mit der angebrochenen Nacht? Antwort:
Ich weiß ja nicht was du machst, aber ich geh jetzt schlafen!
Wie ich ins Zelt gekommen bin? ...keine Ahnung!!!
Sonntag 02.10.05
Der Morgen beginnt überraschenderweise sehr gut. Ich habe so gut wie keinen Kater. Es ist allerdings schon fast 13:00 Uhr und somit etwas hektisch, weil um 15:00 Uhr die Schlacht beginnen soll. Die kann ohne Bedenken stattfinden, denn wir haben Traumwetter. Die Mädels zaubern schnell ein leckeres Frühstück und ich überlege was ich mir später auf dem Markt noch kaufe. Der ist meiner Meinung nach nicht so vielseitig wie die Jahre zuvor. Während des Essens kommen meine Brüder vorbei und tänzeln unruhig um mich herum. O.K., O.K., ich mach ja schon. Schnell zieh ich mir mein Kampfzeug an und wir machen uns geschlossen auf den Weg zum Kampfplatz. Es sieht gut aus, auf beiden Seiten so zwischen dreißig und vierzig Mann. Wir gehen auf die Seite unseres Verbündeten Laurenz. Wir kämpfen in der zweiten Reihe und versuchen die Schwachstellen unserer Line zu stopfen. Anfangs mit Erfolg, aber unsere Gegner sehen sehr schnell was zu tun ist. Trotz mehrfacher taktischer Umstellungen kommen wir nicht so richtig durch. Alles in allem muss man aber sagen, dass die Schlacht dafür, dass so viele Kämpfer da waren, sehr fair abgelaufen ist.
Da wir heute noch heimfahren und um 18:00 Uhr mit Fahrzeug auf dem Platz sein sollen, mache ich mich etwas früher vom Platz, da ich noch einmal über den Markt gehen will. Der Ablauf ist in diesem Jahr wirklich gut von der Orga geregelt. Wir kommen pünktlich zum Platz und beginnen schnell mit dem Abbau. Die Orga kommt schließlich unseren Platz abnehmen und Trebeta erhält eine 1A. Beim rausfahren reiß ich mir noch meinen Auspuff ab, aber der Volvo hat mich noch nie im Stich gelassen.
Tannenberg hat uns wiedereinmal riesen Spaß gemacht und wir sind nächstes Jahr wieder dabei. Hoffentlich dann mit einer etwas stärkeren Mannschaft.
Mi, 23.04.2008 14:27
Ich finde den Aufbau der Seite sehr gut. Macht weiter so.