
Als wir vor zwei Jahren vom ersten "Mittelalter-Spectacel Berncastel-Cues" zurück kamen, begann ich
meinen Lagerbericht mit den Worten:
"
Wenn eine Stadt einen Mittelaltermarkt ausrichtet und das ganze als "Spectacel" (mit "c"!) bezeichnet, lässt das böses Ahnen. Bilder von Rittern mit Papphelmen, die sich von einer Fressbude zur nächsten schieben um später im Vollrausch "Odin!" zu brüllen drängen sich auf.."

..um gleich festzustellen, dass diese bösen Vorahnungen vollkommen unbegründet waren. Es gab schöne Marktstände, das Verhältnis zur Anzahl der Fressbuden stimmte und es gab ein schönes offenes Lager. Keine Sorge, jetzt kommt kein "
Das alles gab es in diesem Jahr nicht mehr". Auch in diesem Jahr gab es wieder sehr schöne Marktstände mit aktiven Handwerkern, es gab interessante Showeinlagen und entsprechend des Themas "Orient trifft Okzident" natürlich auch knapp bekleidete Bauchtänzerinnen. Aber es gab auch einen Trend weg vom "Aktiven-Markt" zu beobachten.
Das Lager am Markt ist deutlich geschrumpft, man möchte fast sagen, dass es kaum mehr wahrnehmbar war. Das mag an der Thematik des Marktes und der damit verbundenen strengen Auswahl der Gruppen gelegen haben, ich nehme an es gibt nicht wirklich viele orientalische Truppen in der Region - andererseits gibt es jede Menge hochmittelalterliche Gruppen, die aber fast sämtlich durch Abwesenheit glänzten. Grade nach dem schönen Einstand des Marktes vor zwei Jahren, würde ich erwarten, dass sich alles was ein Zelt hat um einen Lagerplatz in Bernkastel geprügelt hätte - aber: Fehlanzeige. Man möchte fast vermuten, dass das Kosten/Nutzen Verhältnis eines großen Lagers in den Augen des Veranstalers zu sehr auf den Geldbeutel drückt. Der Eindruck wird leider noch bestärkt, wenn man sich die schiere Masse an Fressbuden vor Augen hält. Nicht falsch verstehen: Pommes und Currywurst sucht man in Bernkastel weiterhin vergebens, aber die Masse an diversen Fressereien hat Kirmesniveau erreicht. Dann die Gerüchte über horrende Standgebühren - das Marktvolk tratscht natürlich gerne.
Auf jeden Fall fühlte man sich als Aktiver kaum mehr integriert sondern zusammen mit dem übrigen Volk zur kommerziellen Ausschlachtung frei gegeben. Und was soll man sagen: Wir lassen uns doch gerne schlachten und hatten trotzdem einen schönen Abend an der Mosel
Bernkastel wünsche ich auf jeden Fall, nicht das Schicksal vom Burgenfest in Manderscheid und ähnlichen Spectaculy zu teilen. Ihr habt die Messlatte vor zwei Jahren sehr hoch gelegt, ihr schafft es sicher noch einmal darüber zu springen!