
Wenn man's einmal gemacht hat ist der Aufbau des Osebergzeltes keine schwierige Sache. Wer's aber noch nie gesehen hat und vor hat sich ein eigenes Zelt zu bauen, tut sich oft schwer sich vorzustellen, wie das Zelt "funktioniert" - den Eindruck vermitteln zumindest ein paar Zuschriften von Leuten die einfach mal wissen wollten wie unsere Zelte aufgebaut werden. Beim Aufbau für's Trebeta Lager hab ich dann auch mal dran gedacht alles zu fotografieren, während Hvitur die ganze Arbeit alleine machen durfte
Das Gestänge
Zunächst mal werden alle Bretter und Balken so ausgelegt, wie sie zusammengesteckt werden müssen. D.h. die drei langen Querbalken liegen parallel zueinander in einer Entfernung die dem Lochabstand auf den Tragebrettern entspricht. Davor und dahinter liegen die Tragebretter für das vordere und hintere Dreieck.
Jetzt können die Bretter auf die Zapfen der Balken gesteckt werden. Auf der Mitte werden die beiden Tragebretter die "hoch stehen" verzapft, aussen die Bodenbretter mit jeweils den Tragebrettern. Hvitur zeigt im dritten Bild nochmal anschaulich wie das Verzapfen funktioniert. Wie im vierten Bild zu sehen, werden auf dem Mittelbalken natürlich nur die Tragebretter verzapft. Das Bodenbrett gehört nicht auf diesen Zapfen sondern nur an eine der Ecken.
Jetzt kann das Gestänge schon aufgerichtet werden. Das kann einer alleine machen, wenn er den Mittelbalken anhebt und so hoch drückt wie er kann. Wenn der Untergrund nicht rutschig ist bleibt das Gestänge in dieser Position und die Tragebretter können nachgeschoben werden, bis die volle Höhe erreicht ist. Am besten funktioniert es natürlich aber, wenn man zu zweit ist. Jetzt müssen nur noch die Bodenbretter verzapft werden.
Wenn alles steht müssen nur noch Keile in die Zapfen geschlagen werden, damit das Gestänge stabil bleibt.
Die Zeltplane
Die Plane wird zunächst mal nur über den Mittelbalken geworfen und dann auseinander gezogen. Bevor man sie aufzieht sollte man natürlich sicher gehen, dass sie richtig rum aufliegt. D.h. auf Türen und Nähte achten.
Ganz wichtig: Zwischendurch sollte der drohenden Dehydrierung immer wieder entgegen gewirkt werden!
Abspannen
Zum Abspannen der Plane ist an den Seiten jeweils eine durchgängige Schlaufe abgenäht worden. In diese Schlaufe werden einfache Stangen eingelegt. Die Stangen könne dabei auch geteilt sein (transportiert sich oft besser). Den Zweck der Stangen erklären die folgenden Bilder.
Wir fangen hinten an abzuspannen. Um den Zapfen auf der hinteren Ecke wir daher das Spannseil gelegt und unterm Bodenbrett durch nach innen gezogen.
Die Schlaufe in der Plane hat Löcher. Durch diese Löcher wird das Spannseil gezogen, und zwar so, dass es über die eben eingezogenen Stangen läuft. Die Stange hat dabei die Aufgabe den Zug des Seiles zu verteilen. Denn die Schlaufe der Plane würde einfach ausreissen, wenn das Seil direkt an ihr ziehen würde. Ausserdem wäre der Zug dadurch zu ungleichmässig und die Plane würde Falten werfen.
Nichtauthentischer Tipp: Wenn man das Seilende mit etwas Klebeband umwickelt fädelt es sich wesentlich leichter durch die Löcher in der Plane.
Das Seil wird also immer von innen durch ein Loch in der Schlaufe gezogen, dann von aussen unter dem Bodenbalken durch wieder nach innen gezogen und durch das nächste Loch gezogen.
Das wird wiederholt bis wir auf der vorderen Ecke angekommen sind. Jetzt wird das Seil einigermassen stramm gezogen (das erste Seil muss nicht ganz stramm sitzen, da die andere Seite ja noch lose ist) und am vorderen Zapfen festgemacht.
Auf der anderen Zeltseite wird die Prozedur wiederholt, allerdings muss das Seil hier zum Schluss fest angezogen werden um die Plane zu spannen. Fertig!
